Im Dunkel des Piano-Donners

Um den Multitask-Musiker Andreas Speckmann vollumfänglich verstehen zu lernen, muss man einmal das Musikkabarett-Programm seines Duos „Notenlos“ erlebt haben. Gemeinsam mit seinem Kollegen Bastian Pusch (auch ehemals fastfood theater) schreddert er da mitunter das komplette Standard-Œuvre unserer beliebtesten Privatrundfunksender, das heißt die größten Hits der Achtziger, Neunziger, Nuller Jahre plus die von heute. Rammstein als Rumba, Helene Fischer als Reggae, dazwischen Beethoven vokal, und das Spektakel kulminiert in bester Improtradition ausschließlich auf Zuruf. „Aus willkürlich hingeworfenen Puzzlestücken zaubern sie ein Tonbild, das so noch keiner kennt, lassen über dem Wummern der Hammond-Bässe die spitzen Zungen der Verbalakrobatik tanzen und senden blitzende Verse ins Dunkel des Piano-Donners“, schrieb die Süddeutsche Zeitung.

Schöner können wir es auch nicht beschreiben. Inzwischen brilliert Speckmann notwendigerweise auch bei fastfood, sehr zum Vergnügen aller Akteure und besonders auch des Publikums, das das breite Repertoire des „wandelnden Musiklexikons“ – so ein Eintrag im Gästebuch – sehr zu schätzen weiß. Was wir auch nicht wussten (und deshalb unbedingt auch geheim bleiben muss): Der Gute-Laune-Musiker Andreas Speckmann kann auf ein Studium des Wirtschaftsingenieurwesens und eine Ausbildung in Medizintechnik zurückblicken. Seiner Karriere als Pianist, Sänger und Bandleader hat das überhaupt keinen Abbruch getan. Im Gegenteil.